jump to navigation

Dunkle Typen und Prismaten September 10, 2009

Posted by Hinterhofderfantasie in Rezensionen.
trackback

Wie es sich für eine Hörspielrezension gehört, kann man sich die Rezension auch anhören, und zwar hier

Dunkle Typen und Prismaten

Sven Matthias und hoerspielprojekt.de haben es schon wieder getan. Sie treten den überzeugenden Beweis an, dass nichtkommerzielle Hörspiele längst nicht nur den Vergleich mit Kaufware nicht scheuen müssen, sondern durchaus Maßstäbe für kommerzielle Produkte setzen können. Der gerade erschienene erste Teil der Narfland-Saga ist ein Beleg dafür.

Die Story:

Der Maler Leon Cartwright träumt von einem Land, das er nicht kennt. Die Landschaften dieses unbekannten Landes nehmen ihn so in Besitz, dass er nichts anderes, verkäuflicheres, mehr malt. Gerade, als er in Verzweiflung versunken einen Ausweg aus seinem Elend sucht, tritt ein dunkler Mann auf den Plan. Dieser Mann, nur für Leon sichtbar, reißt den Protagonisten in einen Strudel sich überstürzender Ereignisse, der vorerst auf der Terasse einer Tempelruine endet. Auf dem Weg dorthin findet Leon einige seltsame Gefährten und mehr Fragen als Antworten.

Das Hörspiel:

Es finden sich alle gängigen Zutaten eines Fantasyromans. Den Menschen in Lebensverzweiflung der zum Helden wird, die obligatorische junge Frau, der ebenso zwangsläufig auftauchende weise Mann und der für Humor sorgende „Sidekick“. Dieser bekannten Mischung entlockt der Autor – Sven Matthias – jedoch einen Spannungsbogen erster Güte. Nichts ist wirklich vorhersehbar, selbst die Hauptfiguren vermitteln unterschwellig das Gefühl, nichts ist so, wie es scheint. Zwar liegt die Rollenverteilung am Anfang klar vor einem, doch beschleicht einen beim genauen Zuhören der Verdacht, dass diese Rollenverteilung im weiteren Verlauf noch einige Veränderungen erleben könnte.

Spannend ist es alle Mal.

Das Technische:

Soundtrack und Effekte sind ideal auf die Story abgestimmt und sorgen für eine dichte Atmosphäre. Lediglich die Stimmverzerrung der Nafalya-Krieger wirkt streckenweise etwas unpassend. Hier wäre Stimm ohne elektronische Hilfsmittel vielleicht wirkungsvoller gewesen.

Die Macher:

Wie gewohnt von hoerspielprojekt.de und insbesondere von Sven liegen Ton, Mischung, Musik und Stimmen auf hohem Niveau. Zwar merkt man ein, zwei Stimmen an, dass sie noch reifen müssen, doch die Hauptpersonen sind exzellent gesprochen. Dirk Hardegen spricht Leon Cartwright, in den Erzählphasen mit gehetzter, der Geschwindigkeit der Handlung angepasster Stimme, in den Spielphasen mit glänzendem schauspielerischem Einsatz. Marie-Christin Natusch als Pyliana und Karsten Kollmann als Hobs liefern eine beeindruckende Vorstellung ab. Sven Matthias ist gewohnt hochklassig und trägt durch seine Art des Spielens die Geschichte mit. Überhaupt sind die Mitwirkenden durch die Bank hochklassig. Es finden sich solche Namen wie Tobias Diakow, Björn Korthoff und Heiko Simon darunter, Letzterer macht gerade mit seinem Label HMS Furore.

Fazit:

Wer Fantasy mag, wird an Narfland nicht vorbeikommen. Story und hohe Qualität des Hörspiels sind geeignet, den Hörer gänzlich in ihren Bann zu ziehen. Der Cliffhanger ist clever gewählt und macht definitiv Lust auf mehr. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht zu lange dauert, bis der zweite Teil erscheint. Es wäre schade, wenn durch zu lange Zeit zwischen den Teilen das Interesse erlahmen würde.

Witzig sind auf jeden Fall die Outtakes, die man unbedingt hören sollte.

Wie es sich für eine Hörspielrezension gehört, kann man sich die Rezension auch anhören, und zwar hier

Advertisements

Kommentare»

No comments yet — be the first.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: