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Ein Bild streut tausend Worte August 10, 2011

Posted by Hinterhofderfantasie in Allgemein, Rezensionen.
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Am Anfang war das … Bild. Und eine Aufgabe. Die Aufgabe, inspiriert durch das Bild eine Geschichte zu schreiben. Eine Mischung aus Horror und SF, dem Thema der Seelentrinkerin gewidmet.

Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Ansätze der Autoren waren, sich diesem Thema zu nähern, noch dazu, ohne sich in den philosophischen Abgründen zu verlieren – was ist die Seele? -, die ein solches Thema leicht hätte auf tun können. So reichen die Ansätze vom Energielevel über Enzyme bis zu puren Gedanken, die Settings vom Weltraum bis in den Psychokosmos. Allen Geschichten ist zu eigen, dass sie sich flüssig lesen lassen, wenngleich auch manches Nachlesen der einen oder anderen Stelle Not tut. Die Autoren sind mehr oder weniger eingeführte Autoren der SF, weitestgehend nicht unbekannt in der Szene. Die Storys im einzelnen:

 Energielevel von Christian Künne:

Die Story kommt in klassischem Gewand daher, eindeutig SF, eindeutig Horror, eindeutig berührend. Nicht so eindeutig ist die Bedeutung dessen, was man liest. Diese Geschichte erschließt sich nicht immer sofort dem Leser und lädt dazu ein, darüber nachzudenken. Konsequent im Stil und gut zu lesen.

New Jersey von mir:

Aus verständlichen Gründen keine Rezension

Seelensüchtig von Gernot Schatzdorfer:

Gernot Schatzdorfer ist relativ neu im Reigen der SF Autoren, was man seiner Geschichte auch anmerkt. Im Ersten Teil sehr stringent erzählt, mit klassischem, aber gut in Szene gesetztem Setting. Im zweiten Teil gleitet die Geschichte leider ab in die Austauschbarkeit. Die Protagonisten werden plötzlich flach und entziehen sich dem Zugriff des Lesers. Mehr Unterfütterung der Figuren, ihre Ausarbeitung hin zu dem, was sie in das –seltsam sentimentale und nicht zur Story passende Ende- treibt, wären gut. Flüssig geschrieben ist sie dennoch gut zu lesen.

dein Selbst von Sven Lehnhardt:

Ein Ausflug in den Psychokosmos, gewissermaßen Psychopunk, wenn es dieses Wort gibt. Geschichten und Romane –allen voran „die Psychonauten“- gibt es jedenfalls genug, die in einem Gehirn spielen, um ein eigenes Genre zu rechtfertigen. Die Geschichte selber hat einen eigenartig gehetzten Stil, der es manchmal schwer macht, ihr zu folgen. Lässt man sich darauf ein, belohnt sie den Leser jedoch mit einigen sehr feinen, wohldurchdachten Pointen. Schön zu lesen.

Die Straßenschläferin von Elisabeth Meister:

Erzählt aus der Sicht der Protagonisten ist sie gradlinig und ohne Wendungen zu Ende erzählt. Das ist gut so, eine überraschende Wende wäre unglaubwürdig gewesen, dazu liegt das Ende zu früh fest. Die Geschichte liest sich gut und unterhält.

Serpentize von Stefan Goebels:

Cyberpunk mit der konsequenten Weiterentwicklung der heutigen social network Gesellschaft. Leicht sozialkritisch und dem Thema Seelentrinken einen neuen Aspekt abringend. Und ein verwirrendes Ende. Ist es nur der „kleine Tod“? Man weiß es nicht. Ebenfalls flüssig geschrieben und trotz der teilweise bemüht wirkenden Cyberslang Ausdrücken gut zu lesen. Unterhaltsam.

Alles in allem macht die Anthologie einen sehr guten Eindruck. Die Geschichten sind dem Thema nicht ausgewichen, sondern haben es schön verarbeitet. Das Lektorat war wie erwartet vorbildlich. Mir bleibt nur abzuwarten ob und wie mein Beitrag gelobt oder verissen wird.

 

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